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Warum dein Rebranding sehr wahrscheinlich scheitern wird (und wie du es richtig machst)

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Die meisten Rebrandings, die ich beobachtet habe, scheitern nicht am Design. Sie scheitern an der Herangehensweise.

Das typische Muster: Eine GründerIn ist mit ihrem aktuellen Auftritt unzufrieden. Das Logo fühlt sich alt an, die Farben passen nicht mehr, die Webseite wirkt aus der Zeit gefallen. Also wird ein neues Logo beauftragt. Dann neue Farben. Dann eine neue Webseite.

Am Ende ist alles neu- und trotzdem fühlt es sich nicht richtig an. Der Fehler liegt nicht im Ergebnis. Er liegt in der fehlenden Struktur. 

Rebranding sollte nicht zuerst mit dem Design anfangen
Ein Rebranding, das nur auf der visuellen Ebene stattfindet, kuriert nur die Symptome anstatt der Ursachen. Wenn deine Marke sich falsch anfühlt, liegt das selten daran, dass dein Logo nicht „cool“ genug ist. Es liegt meistens daran, dass sich etwas an deinem Angebot, deiner Zielgruppe oder deiner eigenen Entwicklung verändert hat – und der visuelle Auftritt das nicht mehr widerspiegelt.

Bevor du auch nur über eine neue Farbe nachdenkst, gehören drei Fragen geklärt:

Hat sich dein Angebot verändert?
Viele GründerInnen starten mit einem breiten Angebot und spezialisieren sich über die Jahre. Wenn deine Marke noch die „alte“, breite Version von dir zeigt, wird kein neues Logo das Problem lösen – zuerst muss an der Positionierung gearbeitet werden.

Hat sich deine Zielgruppe verändert?
Manchmal verändert sich nicht das Angebot, sondern wer es kauft. Eine Beraterin, die ursprünglich Berufseinsteigerinnen ansprach und heute vor allem mit erfahrenen Führungskräften arbeitet, braucht einen anderen Ton – unabhängig vom Logo.

Hat sich deine eigene Haltung verändert?
Eine oft übersehene Frage: Manchmal ist die Marke „technisch“ noch korrekt – aber sie fühlt sich nicht mehr nach dir an, weil du selbst dich weiterentwickelt hast und beides nicht mehr zusammen passt.

Die richtige Reihenfolge
Ein sinnvolles und effektives Rebranding, braucht Struktur:

1. Positionierung zuerst
Was bietest du an, für wen, und was unterscheidet dich? Diese Antwort muss feststehen, bevor irgendetwas gestaltet wird.

2. Tonalität und Sprache
Wie klingst du? Welche Worte benutzt du, welche bewusst nicht?

3. Visuelle Identität
Erst jetzt: Logo, Farben, Typografie – als Ausdruck der ersten beiden Punkte, nicht als Ersatz dafür.

4. Anwendung über alle Kanäle
Webseite, Social Media, Drucksachen – alle Elemente konsequent konsistent umgesetzt.

Wer mal hier mal da die Marke „anpasst“, hat nie ein konsistentes befriedigendes Ergebnis und auch konsistente Marke. Wer mit Struktur redesigned, baut eine Marke, die sinnvoll und effektiv mit dem Unternehmen mitwächst, statt alle paar Jahre komplett ersetzt zu werden.

Marken sollen Vertrauen und eine Beziehung zur Zielgruppe aufbauen. Wenn sich deine Marke aber ständig ändert, passiert genau das nicht.

Ein Realitätscheck
Nicht jede Unzufriedenheit mit dem eigenen Auftritt bedeutet, dass ein komplettes Rebranding nötig ist. Oft reicht eine Verfeinerung: ein präziserer Markentext, eine aufgeräumtere Webseite, eine konsistenterer Bildsprache – ohne Logo und Grundfarben anzufassen.

Die Frage, die ich Kundinnen stelle, bevor wir über ein Rebranding sprechen: „Was ist das Problem mit deiner Marke? Wo stimmt es nicht mehr? Was fühlt sich ungenau an?“ Die Antwort entscheidet, ob du ein neues Fundament brauchst oder nur die Wände frisch streichen musst.

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