Buckminster Fuller und die Kunst, mit weniger mehr zu erreichen
Es gibt Designerpersönlichkeiten, die man sich vor allem wegen ihrer Werke merkt.Bei Richard Buckminster Fuller muss ich immer an seine Geschichte und seine Haltung denken. In meinen Kursen zur Designgeschichte preise ich ihn als Vortragsthema immer besonders an weil man einfach nicht anders kann, als sich von ihm inspirieren zu lassen.
Eine ungewöhnliche Biografie
Mit 32 Jahren war Fuller nach eigenen Angaben bankrott, arbeitslos, und stand nach dem Tod seines ersten Kindes an einem Tiefpunkt. Es war dieser Moment, an dem er beschloss, sein weiteres Leben als Experiment zu verstehen: Was kann ein einzelner Mensch beitragen, um die Welt für die gesamte Menschheit zum Besseren zu verändern?
Die Idee, die daraus entstand
Aus dieser Lebenskrise entwickelte Fuller das Konzept der „Dymaxion“ – ein Kunstwort aus „dynamic“, „maximum“ und „ion“, entstanden 1929 bei der Entwicklung seines ersten Hauskonzepts. Die Idee dahinter: ein Zuhause, das energiesparend, umweltfreundlich und für jeden erschwinglich sein sollte. Diese Denkweise – „doing more with less“, mit weniger Ressourcen mehr Wirkung erzielen – wurde zu seinem zentralen Lebensmotto. Sein bekanntestes Werk, die geodätische Kuppel, ist die direkte Anwendung dieses Prinzips: eine Struktur, die mit minimalem Materialeinsatz maximalen Innenraum umschließt, ohne störende Stützpfeiler. Heute existieren über 300.000 Repliken dieser Kuppeln weltweit. Es gibt eine Anekdote in der es heißt Fuller habe den Prototypen dieses Bauprinzips, das in jedem Kran verbaut ist, in der Grundschule mit Erbsen und Zahnstochern entwickelt.
Seine Denkweise
Fuller wollte die Welt verstehen. Er erforschte ihre Prinzipien und füllte konsequent seine etlichen Tagebücher damit. In seinem wohl bekanntesten Aufsatz „Anleitung für das Raumschiff Erde“ beschreibt er unseren Planeten als komplexes System, dass eigentlich selbsterklärend ist und mit dem wir nachhaltig im Einklang leben sollten. Seiner Meinung nach sollten wir Probleme ganzheitlich bearbeiten und eher generalistisch als spezialisiert denken. Auch sein Prinzip „more with less“ wird in dem Text erklärt und plädiert dafür Ressourcen zu recyclen und in eine Kreislaufwirtschaft zu investieren. Dies ist nur ein kleiner Auszug aber es lohnt sich seine Projekt mal genauer unter die Lupe zu nehmen. Als Beispiele seien hier noch das Dymaxion house, der Dymaxion car und das Worldgame genannt.
Was hat das mit Markenentwicklung zu tun?
Sein Grundprinzip lässt sich auf eine einfache Frage herunter brechen, die auch für GründerInnen relevant ist: Wo verschwendest du Ressourcen – Zeit, Geld oder Aufmerksamkeit – durch unnötige Komplexität, die keinen zusätzlichen Wert bringt?
Kleine Übung
Wirf einen Blick auf deine Webseite: Ist der Aufbau logisch und intuitiv? Führst du deine KundInnen sinnvoll durch die Inhalte oder führst du sie in die Irre? Ist dein Leistungsangebot konkret und auf den Punkt gebracht? Transportieren deine Farben deine Markenidentität?
Fokussierst du dich auf den Kern deiner Markenidentität und baust darauf auf oder lässt du ich leicht ablenken z.b. durch aktuelle Trends und verdattelst dann deine wertvolle Zeit mit Dingen, die nicht zum Ziel führen? Was wir von Fuller für unser Branding lernen können, ist die Konzentration auf das Wesentliche und einen Weg mit einem klaren Ziel vor Augen. Außerdem schaffte er es neue Perspektiven einzunehmen und sich zu motivieren. Der erste Versuch seine Kuppel gemeinsam mit Studierenden am Black Mountain College aufzustellen scheiterte aber im Jahr darauf schaffte er es. Fuller traute sich zu experimentieren, neue Dinge auszuprobieren und Dinge, die nicht funktionierten loszulassen. Er kombinierte sein Wissen aus den verschiedenen Themenbereichen, mit denen er sich beschäftigt hatte und mit diesem weitem Blick, schuf er Innovationen, die die Welt verändert haben – Du hörst sicherlich meine Begeisterung heraus: Fuller zeigt uns, dass wir alles Wissen, dass wir über die Jahre und aus verschiedenen Bereichen, kombinieren können. Und wer weiß vielleicht kommt dabei ein ganz besonders USP für deine Marke heraus.