Was eine Webseite wirklich braucht, bevor sie online geht
Es gibt einen Unterschied zwischen einer Webseite, die „fertig aussieht“, und einer, die tatsächlich bereit ist, veröffentlicht zu werden. Dieser Unterschied liegt selten im Design.
Die Versuchung, mit dem Design zu beginnen
Die meisten Webseitenprojekte starten mit der Frage: Wie soll es aussehen? Welche Farben, welches Layout, welche Bilder? Das ist verständlich – visuelle Entscheidungen fühlen sich greifbar an. Trotzdem führt dieser Startpunkt häufig zu Webseiten, die hübsch aussehen, aber bei näherem Hinsehen nicht klar kommunizieren, was eigentlich angeboten wird.
Was vor dem Design geklärt sein sollte
Eine klare Antwort auf „Was biete ich an, und für wen?“ Wenn diese Frage nicht in einem Satz beantwortet werden kann, wird auch die beste Webseite diese Klarheit nicht ersetzen können.
Wie du stattdessen vorgehen solltest
Es braucht eine Vorstellung vom gewünschten nächsten Schritt der Besucherin: Jede Seite sollte eine Antwort auf die Frage haben: Was soll die Person tun, nachdem sie diese Seite gelesen hat? Eine Webseite ohne klare Handlungsaufforderung lässt Besucherinnen oft einfach wieder abwandern, selbst wenn der Inhalt überzeugend war. Eine Grundstruktur, bevor Inhalte geschrieben werden. Wie viele Seiten braucht es tatsächlich? Welche Informationen gehören zusammen, welche getrennt? Eine Struktur im Voraus zu planen verhindert, dass am Ende einzelne Seiten überladen wirken, weil zu viele unterschiedliche Themen auf einer einzigen Seite landen.
Häufige Stolpersteine in der Praxis
Eine Startseite, die versucht, alles gleichzeitig zu erklären – das komplette Angebot, die persönliche Geschichte, mehrere Testimonials und ein Kontaktformular im ersten Sichtbereich. Das Ergebnis überfordert meist, statt zu informieren. Eine Navigation mit zu vielen gleichwertig wirkenden Punkten, ohne erkennbare Priorität.
Wenn alle zehn Menüpunkte gleich wichtig erscheinen, hat keiner davon tatsächlich Priorität. Texte, die aus der Innensicht des eigenen Angebots geschrieben sind („Wir bieten … „, „Unsere Methode … „), statt aus der Perspektive der Besucherin, die eine Lösung für ihr eigenes Problem sucht.
Eine einfache Prüfung vor dem Launch
Bevor eine Webseite veröffentlicht wird, lohnt sich ein Test mit einer außenstehenden Person, die das Angebot noch nicht kennt: Lass sie die Startseite fünf Sekunden ansehen, dann frage nach, was sie verstanden hat. Wenn die Antwort nicht ungefähr dem entspricht, was eigentlich gemeint war, liegt das Problem selten am Design – meist an der fehlenden Klarheit der Botschaft dahinter.